Gomera, ich danke Dir – Teil 1

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Gomera, ich danke Dir

Teil 1

Wie Du zu meiner Wahlheimat wurdest

Vor 15 Jahren, da wusste ich ehrlich gesagt noch nicht mal, wer Du bist. Ich hatte nur von Deinen großen Geschwistern: Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura gehört…

es gab zwar ein paar Bekannte, von denen ich wußte, dass sie ab und an Urlaub auf den Kanaren machen und dass es da so eine kleine Hippie-Insel geben soll; aber das hat mich nicht weiter interessiert. Ich hatte damals so viele andere Sachen am Start, die ich erstmal klar kriegen musste.
Das Einzige, was damals ziemlich klar war, dass ich mit Delfinen arbeiten wollte und dazu musste ich mich auf den Weg machen…

Als ich aus Florida zurück kam, dort absolvierte ich eine Art Praktikum in Key Largo bei der Dolphin Human Therapie, waren mir zwei Dinge ganz klar: Ich wollte auf keinen Fall mit „eingesperrten“ Delfinen arbeiten und schon gar nicht in den USA.

Aber was nun, was tun?

Russisch Roulett mit dem Finger auf dem Globus

Damals hatte ich schon keine eigene Wohnung mehr und habe bei Freunden gewohnt. So kam es, dass ich eines Abends an dem Schreibtisch eines Freundes stand und auf diesen Tischglobus starrte. Plötzlich kam mir eine Idee „Ok, Sandra, Augen zu und den Globus drehen. Dort, wo du ihn mit Deinem Finger stoppst, das wird dein nächstes Ziel“. Und es ist kein Witz, der Globus hielt an, ich öffnete die Augen und unter meinem Finger waren so kleine Flecken 😉 und drumherum Wasser.

Die Kanarischen Inseln.

Das war also mein neues Ziel!

Ich begann zu recherchieren, wie und wo man auf den Kanaren mit Delfinen arbeiten kann. Zu meiner Überraschung habe ich dazu eine Menge an Informationen bekommen.

Um so mehr ich die Idee mit den Kanaren und den Delfinen im Außen kommunizierte, desto öfter hörte ich den Namen „GOMERA“. Plötzlich (naja,was heißt „plötzlich“? Wer das Resonanz-Prinzip kennt, wundert sich über solche Synchronizitäten nicht mehr) habe ich immer mehr Menschen getroffen, die da schon mal waren. Und ich habe dann mit richtigen Gomera-Wiederholungstätern gesprochen , die mir ans Herz legten, dass ich da unbedingt mal hin muss. Im Südwesten der Insel gäbe es ein schönes, kleines Tal, direkt am Meer, und dort würde ich auch den Club de Mar finden, und die arbeiten da irgendwie mit Delfinen.

Aha…..Okay………

Gomera, mit Dir habe ich also ein Blind-Date

So begann ich, mich schon mal innerlich auf den Weg nach La Gomera zu machen, ohne jemals zuvor dort gewesen zu sein, ohne dort irgendjemanden zu kennen und ohne irgendwelche Sicherheiten. Auf die Schnelle habe ich an diesen Club de Mar eine Email geschrieben und Kontakt mit einem Skipper von einem dieser Whale-Watching-Boote bekommen. Dieser Skipper meinte, er könne mir zwar nichts versprechen, aber ich soll halt einfach mal vorbeikommen.

Ja klar, einfach mal vorbeikommen, so 4.000km entfernt von meinem damaligen Wohnort…

Ich war so beschäftigt mit den Reise-Vorbereitungen, dass da keine Zeit für Zweifel oder Sorgen war. Ich habe mir noch rasch eine günstige Unterkunft in einer Ferienunterkunft organisiert, und zwar in einem Wohnwagen, der dort auf dem Gelände stand.

Ich besorgte mir ein One-Way-Ticket nach Teneriffa und wußte so ungefähr, wie ich von dort aus nach Gomera und in besagtes Tal kommen werde.

Für mich war einfach nur klar, dass ich Deutschland verlasse, auf die Kanaren auswandere, um mir dort meinen Traum zu erfüllen – mit Delfinen zu arbeiten und zwar mit frei lebenden!

Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Zeit verstrichen ist vom Finger auf dem Globus bis zum Check In am Frankfurter Flughafen, aber ich glaube, es waren nur wenige Wochen.

Da ich ohnehin nicht mehr ganz so viel an Möbeln und Gedöns besaß, waren ein paar Kisten bei meiner Mutter im Keller und ein paar andere Sachen auf dem Dachboden einer Freundin. Die für mich damals wichtigsten Dinge sollten mit mir auf diese mir unbekannte Insel kommen. Dazu gehörten diverses Schuhwerk, Jacken, alle möglichen Klamotten eben, Bücher, CD´s, Fotos, Glücksbringer, ein paar Kerzen und Räucherwerk, meine Lieblingstasse, mein Lieblingsaschenbecher, Kosmetikartikel und keine Ahnung was da noch so alles war. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, vorher bei der Fluggesellschaft Übergepäck anzumelden. Ich habe da gar nicht drüber nachgedacht….Heutzutage unvorstellbar bzw. eine kostspielige Angelegenheit.

Davon abgesehen würde ich heute auch niemals mehr so viel Zeug mitschleppen 😉

Ich stand jedenfalls voll gepackt bis oben hin am Check In auf dem Frankfurter Flughafen und mein Gepäck hatte sage und schreibe 70 Kilo! Damals war das echt so, dass die Mitarbeiterin am Check In mich anlächelte und meinte “Aha, One-Way-Ticket auf die Kanaren, viel Glück” – und ich musste keinen Cent extra zahlen.

Die Flugzeit betrug 4,5 Stunden und als ich beim Landeanflug aus dem Fenster nach unten sah, waren sie wieder da, diese Flecken im Meer, die ich auf dem Globus getippt hatte. Meine ersten Gedanken waren einfach nur “Ach Du Scheiße, was hast Du Dir nur dabei gedacht, Sandra!?”
Ich wusste ja wirklich so gar nicht, was auf mich zukommen wird.
Aber auch für diese Gedanken hatte ich dann keine Zeit mehr. Diese 70 Kilo, die in diversen Reisetaschen, Rucksack und Koffer untergebracht waren, musste ich schleppen. Und zwar von der Gepäckausgabe in Teneriffa zum Taxi, von dort auf die Fähre, von dort in einen Bus, und vom Bus zu meinem angemieteten Wohnwagen.

Hab’ ich schon erwähnt, dass ich damals vielleicht gerade mal 10 Worte spanisch gesprochen habe?

Als ich zum ersten Mal Deinen Boden betrat

Abgesehen von dieser Schlepperei komme ich jetzt endlich zum Wesentlichen:
Als ich von der Fähre stieg und endlich mit meinen Füßen Deinen Boden berührte, Deine Luft roch und mir Deinen mächtigen “Felsmantel” angesehen habe, überkam mich ein Gefühl von “Hier bist Du richtig”. Ich kann dieses erste Gefühl nicht wirklich mit Worten beschreiben, aber es war so unmissverständlich, so deutlich, so logisch, so gut. Da war plötzlich eine Klarheit, wie ich sie Jahre zuvor nicht mehr gespürt hatte. Eine Art von Urvertrauen oder Urgefühl überkam mich. Ich dachte mir einfach nur „Egal wie, das wird schon alles…“

Das Abenteuer mit Dir beginnt

und genau hier muss ich den Blogbeitrag stoppen, weil er sonst eine gewisse Lesefreundlichkeit, welche die Länge betrifft, wirklich überschreiten würde.

Deshalb freue ich mich, wenn Du demnächst wieder hier vorbeischaust und ich Dir Teil 2 dieser Geschichte erzählen darf.

 

2 Kommentare

  1. Jetzt bin ich neugierig, Fortsetzung bitte…

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