La Gomera und die Rainbow-Family

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 Eine Botschaft für eine friedliche Lösung zwischen der Rainbow-Family und den Anwohnern und Touristen La Gomeras

Wir sind alle frei?
Ja!

Wir sind frei, zu tun, was wir wollen?
Es kommt darauf an …

Die Rainbow-Family bezieht sich auf soziale Wertvorstellungen
wie Kollektivität, Pazifismus, Spiritualität, Basisdemokratie und Umweltschutz.
Schöne Werte!

 

Leider vermissen wir hier auf Gomera die Umsetzung Eurer Ideale.
Was wir mit Euch erleben und erfahren ist mitunter grenzwertig und spricht nicht für ein respektvolles und gesundes Miteinander in einer Gemeinschaft.
Die einheimischen Bürger La Gomeras sind seit Jahrzehnten sehr geduldig und sehr tolerant mit allen Ausländern, die ihre Insel besuchen und hier vorübergehend oder fest leben. Die verschiedenen Menschen und Kulturen machen das Inselleben bunt und lebendig, jeder darf sich auf seine Art entfalten, frei nach dem Motto “Leben und Leben lassen”.
ABER wenn die persönliche Entfaltung Grenzen überschreitet, führt das zu Konflikten.
Wir haben insbesondere im Valle Gran Rey bereits zahlreiche Konflikte in der Interaktion mit einigen Mitgliedern von Eurer Familie zu verzeichnen. Ihr habt es sicher schon bemerkt, dass Gomera eine recht kleine Insel und Valle Gran Rey ein kleines Dorf und keine Großstadt ist. Und Eure Familie ist sehr groß! Würden 5-10 Rainbows sich hier im Tal entfalten, würde das sicher nicht besonders ins Gewicht fallen. Wie gesagt, wir sind hier “bunt” und “lebendig” gewohnt.
Aber Ihr seid einfach zu viele, die zu viele Grenzen überschreiten – und das lässt sich in einem Ort wie diesem einfach nicht dauerhaft kompensieren.

Es ist okay, wenn Ihr Mülltonnen nach wiederverwertbaren Dingen untersucht – aber BITTE räumt den Müll, den Ihr bei dem Durchwühlen auf die Straße werft und nicht gebrauchen könnt, einfach wieder zurück in die Mülltonne.

Es ist okay, wenn Ihr in Horden die Supermärkte besucht – aber BITTE bezahlt doch auch die angebrochenen Getränke und Nahrungsmittel, die Ihr während Eurem Besuch im Supermarkt verzehrt und stellt nicht die leeren Verpackungen wieder ins Regal.

Es ist okay, wenn Ihr Strom für Eure Smartphones braucht und in jedem erdenklichen Laden oder Restaurant die Steckdosen benutzt – aber BITTE fragt doch die Eigentümer um Erlaubnis bzw. lasst ihnen eine kleine Spende da.

Es ist okay, wenn Ihr aus Überzeugung kein Apartment mieten wollt, sondern im Freien übernachten möchtet – aber BITTE fragt doch einfach mal auf dem Rathaus, wo das geduldet wird, und sucht Euch nicht einfach einen Schlafplatz in Naturschutzgebieten. Nicht ohne Grund stehen viele Plätze hier auf Gomera unter Naturschutz. Da geht es um Artenschutz und den Erhalt der Biotope. Aber das wisst Ihr ja sicher, weil Umweltschutz einer Eurer Grundwerte ist.

Es ist okay, dass Ihr Eurem menschlichen Bedürfnis nachgehen müsst – aber BITTE wirklich nicht in alle Ecken. Es gibt Toiletten!! Und Ihr seid wie gesagt VIELE. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass das ziemlich eklig ist für alle anderen, die hier leben oder hier Urlaub machen und auch die Natur genießen möchten?

Es ist okay, dass Ihr duschen möchtet – aber dann solltet Ihr vielleicht doch mal in Erwägung ziehen, ein Apartment zu mieten. Denn die öffentlichen Duschen an den Stränden sind keine Endlosquellen. Wir haben zum einen Wassermangel auf Gomera und Ihr seid doch sicher auch dafür, Ressourcen zu schützen. Zum anderen ist es für andere Menschen nicht immer angenehm, nackte Menschen an öffentlichen Plätzen zu sehen.

Es ist okay, wenn auch Ihr Eure Wäsche waschen wollt – aber BITTE auch dafür sind mit Sicherheit nicht die öffentlichen Duschen da.

Es ist okay, wenn Ihr die Nahrungsmittel nach Eurem Supermarkteinkauf auch verzehren wollt – aber BITTE nicht vor allen möglichen Ladengeschäften auf dem Boden, so dass andere sich nicht mehr wirklich frei bewegen können. Und auch da solltet Ihr Euren Müll wieder mitnehmen!

Es ist okay, wenn Ihr Euch in der Natur aufhaltet und Eure Gemeinschaft eine schöne Zeit hat – aber BITTE auch dort nehmt Euren gesamten Müll mit, wenn Ihr wieder geht.

Es ist okay, dass Ihr Euch frei fühlt, besonders was Eure Körperkultur betrifft – aber Gomera ist überwiegend katholisch und wir haben eine Menge ältere einheimische Menschen hier. Könnt Ihr BITTE respektvoller mit Eurer Entfaltung umgehen?

Es ist okay, wenn Ihr barfuß unterwegs seid – aber hier ist es nicht erwünscht, mit verdreckten Füßen in Läden oder Restaurants zu gehen. BITTE respektiert das.

Es gibt in La Playa (Valle Gran Rey) einen Platz, dort steht eine kleine Kapelle. Dieser Platz und diese Kapelle sind den Anwohnern sehr wichtig. Könnt Ihr Euch nur in etwa vorstellen, wie es sein muss für die Einheimischen, dass dieser Platz komplett eingenommen wurde von “fremden” Menschen, die sich dort tagtäglich frei entfalten?
Wir sind Gäste auf dieser Insel und Gäste müssen sich den Gepflogenheiten der Gastgeber anpassen und diese achten und respektieren. Das ist ganz normal.
Auch Ihr habt Regeln bei Euren Rainbow-Gatherings, an die sich die Rainbow-Familie hält, um ein schönes, respektvolles und friedliches Beisammensein zu garantieren.Was wir uns von Euch wünschen ist, dass Ihr Euch BITTE auch an die Regeln auf dieser Insel haltet, um ein schönes, respektvolles und friedliches Miteinander zu garantieren.
La Gomera ist kein Selbstbedienungsladen und keine Hippie-Kommune. La Gomera ist eine wunderschöne Insel, mit wertvollen Ressourcen und einer relativ unberührten Natur und sehr toleranten Einheimischen.
Meint Ihr nicht auch, dass man dieses Paradies von ganzem Herzen schützen und die Menschen, deren Wurzeln hier zuhause sind mit ganzem Respekt behandeln sollte?
Wir appellieren an Euer Herz, Euren Spirit und Eure Menschlichkeit
diese Botschaft und deren Inhalt zu respektieren und an Eure Familie weiterzugeben.
Gebt uns Gründe, Euch Willkommen zu heißen ……..
Foto: egomera
OriginalBeitrag in Facebook

2 Kommentare

  1. Hallo Sandra,

    das hast Du sehr schön formuliert, hoffentlich lesen’s auch diejenigen, für die es gedacht ist.

    Gruß,
    Ernst

    • Lieber Ernst, da ich diesen Artikel in Facebook in deutsch und in spanisch geschrieben habe, wurde er ziemlich oft geteilt und kommentiert – und somit haben es auch die gelesen, für die es gedacht war 🙂

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